Anzahl Durchsuchen:0 Autor:Site Editor veröffentlichen Zeit: 2026-06-03 Herkunft:Powered
Einführung
PEEK (Polyetheretherketon) ist ein Hochleistungsthermoplast, der für seine außergewöhnliche mechanische Festigkeit, chemische Beständigkeit und thermische Stabilität bekannt ist. Allerdings ist das Spritzgießen von PEEK weitaus anspruchsvoller als das Formen herkömmlicher Kunststoffe wie ABS oder PP. Aufgrund seines hohen Schmelzpunkts (~343 °C), seiner hohen Kristallinität und seiner Empfindlichkeit gegenüber Abkühlgeschwindigkeiten bereitet Verformung (Verzug oder Schrumpfung) häufig Kopfschmerzen.
Wenn Sie mit verzogenen PEEK-Teilen zu kämpfen haben, machen Sie sich keine Sorgen – Sie sind nicht allein. Die gute Nachricht ist, dass Verformungen mit der richtigen Vorgehensweise minimiert oder sogar beseitigt werden können. Hier finden Sie eine systematische Anleitung zur Herstellung formstabiler PEEK-Spritzgussteile.
Die Ursache der meisten Verformungen liegt in der Form selbst.
Position und Typ des Angusses: Platzieren Sie den Anguss an der dicksten Stelle des Teils. Verwenden Sie mehrere Schieber oder Fächerschieber, um eine gleichmäßige Vorwärtsbewegung der Strömungsfront zu gewährleisten. Vermeiden Sie eine einseitige Anspritzung, da diese zu inneren Spannungen und Verformungen führt.
Design des Kühlsystems: PEEK kristallisiert nur dann gleichmäßig, wenn die Formtemperatur gleichmäßig ist. Entwerfen Sie Kühlkanäle, um die Temperaturschwankungen im Hohlraum innerhalb von ±5 °C zu halten. Ungleichmäßige Abkühlung = ungleichmäßige Kristallinität = Verformung.
Auswurfsystem: PEEK hat eine hohe Schrumpfung und einen starken Formgriff. Verwenden Sie größere Auswerferstifte oder, noch besser, eine Abstreifplatte, um das Teil gleichmäßig herauszudrücken. Eine ungleichmäßige Auswurfkraft verbiegt das Teil sofort.
Wandstärke: Abrupte Dickenänderungen vermeiden. Halten Sie die Wände möglichst gleichmäßig. Bei Rippen sollte ihre Dicke 50–60 % der Hauptwandstärke betragen.
PEEK hat ein enges Verarbeitungsfenster. Präzisionskontrolle ist nicht verhandelbar.
Schimmelpilztemperatur – Faktor Nr. 1:
Hier machen die meisten Menschen einen Fehler.
Niedrige Formtemperatur (<160 °C) → unvollständige, ungleichmäßige Kristallisation → starker Verzug und Schrumpfung nach dem Formen.
Empfohlener Bereich: 160 °C – 200 °C (typischerweise 175–190 °C).
Um diese hohen Werkzeugtemperaturen zu erreichen, verwenden Sie einen Öltemperaturregler oder Heizpatronen.
Schmelzetemperatur: 360°C – 400°C je nach Sorte. Zu niedrig → schlechtes Schmelzen; zu hoch → Gasabbau.
Einspritzgeschwindigkeit: Mittel bis hoch – füllen Sie die Kavität schnell, bevor die Schmelze vorzeitig abkühlt.
Packdruck und Packzeit: Hoher Packdruck (80–120 MPa) und lange Packzeit – bis der Anschnitt einfriert. Dadurch wird der Kristallisationsschwund ausgeglichen.
Abkühlzeit: Lang genug, um die Kerntemperatur unter die Formtemperatur zu senken. Ein vorzeitiges Öffnen der Form führt zu einer Heißverformung.
PEEK nimmt Feuchtigkeit auf. Nasses Harz = hydrolysierte Teile, Blasen, Sprödigkeit und Verformung.
3–4 Stunden bei 150°C – 160°C trocknen.
Der Feuchtigkeitsgehalt muss unter 0,02 % liegen..
Verwenden Sie nach Möglichkeit einen Trichtertrockner.
Selbst bei perfekter Formgebung profitieren komplexe oder dicke PEEK-Teile stark vom Glühen – einer kontrollierten Wärmebehandlung, die innere Spannungen beseitigt und die Kristallinität stabilisiert.
Typischer Glühvorgang:
Legen Sie die Teile in einen Umluftofen.
Langsam (2–3 °C/Min.) auf 200 °C – 230 °C erhitzen (unterhalb der Wärmeformbeständigkeit, aber über der Glasübergangstemperatur von 143 °C).
2–4 Stunden halten.
Sehr langsam auf Raumtemperatur abkühlen lassen (Ofenkühlung).
Nach dem Glühen ist das Teil formstabil – kein „Nachformverzug“ Tage oder Wochen später.
Problem | Wahrscheinliche Ursache | Sofortige Lösung |
|---|---|---|
Gesamtbogen/Twist | Ungleichmäßige Formtemperatur | Kühlleitungen prüfen; Erhöhen Sie die Formtemperatur auf 180 ± 5 °C |
Einfallstelle in der Nähe des Tors | Übermäßige Verpackung | Packungsdruck reduzieren, mehrstufige Packung verwenden |
Dünnschnittverzerrung | Niedrige Formtemperatur, kurze Füllzeit | Erhöhen Sie die Formtemperatur und die Einspritzgeschwindigkeit |
Auswurfbedingte Biegung | Ungleichmäßiger Auswurf | Fügen Sie weitere Stifte hinzu oder wechseln Sie zur Abstreifplatte |
Verzögerte Verformung (Tage danach) | Kristallisation nach dem Formen | Obligatorisches Glühen |
Das Spritzgießen von PEEK ist anspruchsvoll, aber Verformungen sind nicht unvermeidlich. Die Erfolgsformel lautet:
Gleichmäßig hohe Formtemperatur (≥170 °C) + ausreichende Packung + gleichmäßige Kühlung + ordnungsgemäßes Auswerfen + obligatorisches Glühen
Wenn Sie derzeit ein PEEK-Teil haben, das sich verzieht, messen Sie zunächst die tatsächliche Oberflächentemperatur der Form. In den meisten Werkstätten werden Formen fälschlicherweise bei 80–120 °C betrieben – das ist für ABS in Ordnung, für PEEK jedoch katastrophal.
Machen Sie die Form heiß, verpacken Sie sie gut und lassen Sie sie anschließend ausglühen. Ihre PEEK-Teile werden gerade, stabil und bereit für anspruchsvolle Anwendungen.