Anzahl Durchsuchen:0 Autor:Site Editor veröffentlichen Zeit: 2026-03-09 Herkunft:Powered
Polycarbonat (PC) ist einer der vielseitigsten technischen Kunststoffe und bekannt für seine außergewöhnliche Schlagfestigkeit, optische Klarheit und Hitzetoleranz. Doch trotz all seiner beeindruckenden Eigenschaften kann PC ein gewaltiger Gegner im Spritzgussbereich sein. Wenn Sie beim PC-Formen schon einmal mit Fließspuren, Spritzern oder kurzen Spritzlingen zu kämpfen hatten, ist die Ursache oft nicht die Maschine, sondern das Anschnitt- und Angussdesign.
Ein gut konzipiertes Zufuhrsystem fungiert wie eine Autobahn für geschmolzenen Kunststoff. Ein schlecht gestaltetes Auto führt zu Staus. Hier erfahren Sie, wie Sie Anschnitte für den PC entwerfen, die Spritzgießern das größtmögliche Verarbeitungsfenster bieten.
Im Gegensatz zu fließfähigen Materialien wie PP oder PE weist PC eine hohe Schmelzviskosität auf. Es mag es nicht, durch winzige Öffnungen gequetscht zu werden. Bei der Gestaltung Ihres Lauf- und Torsystems sollte die Minimierung des Widerstands die Kernphilosophie sein.
Wenn Sie den PC durch dünne, lange Tore zwingen, benötigen Sie:
Höhere Einspritzdrücke.
Höhere Schmelztemperaturen.
Schnellere Einspritzgeschwindigkeiten.
Diese drei Faktoren zusammen führen zu Scherbeanspruchung, Materialverschlechterung und kosmetischen Mängeln.
Halten Sie sich an diese bewährten Zahlen, um dem Techniker vor Ort das Leben zu erleichtern:
Länge: Halten Sie sie unter 40 mm. Je kürzer der Anguss, desto geringer ist der Druckabfall.
Abmessungen: Das kleine Ende sollte mindestens 3,0–4,0 mm groß sein. Das große Ende sollte 10–12 mm lang sein.
Warum: Ein dicker Anguss sorgt dafür, dass der Druck von der Düse effizient in die Form übertragen wird. Es verhindert auch ein Verkleben des Angusses.
Form: Vollrunde Läufer sind ideal, da sie die geringste Oberfläche und geringste Reibung bieten. Trapezförmig ist eine gute zweite Wahl.
Größe: Streben Sie einen Durchmesser von 8–12 mm an. Dadurch bleibt die Schmelze heiß und fließt ungehindert zum Anguss.
Übergänge: Verwenden Sie niemals scharfe 90-Grad-Ecken. Verwenden Sie beim Kurvenfahren immer großzügige Radien, um „tote Stellen“ zu vermeiden, in denen Material stagnieren und verbrennen kann.
Dies ist der kritischste Teil.
Gate Land (Länge): Halten Sie es unglaublich kurz – idealerweise 0,5 mm bis 1,0 mm. Ein langer Torsteg friert zu schnell ein und erzeugt hohen Stress.
Angusstiefe (Dicke): Diese sollte 70 % bis 100 % der Wandstärke des Teils betragen. Bei einem 2 mm dicken Teil sollte Ihr Anschnitt mindestens 1,5 mm dick sein.
Mindestdicke: Gehen Sie bei einem PC-Anschnitt niemals unter 1,2 mm, da sonst die Gefahr einer übermäßigen Scherung besteht.
Nicht alle Tore sind gleich. Hier ist ihr Ranking für PC:
Warum: Diese Tore sind im Wesentlichen eine Erweiterung des Läufers. Sie sorgen dafür, dass das Material auf natürliche Weise in den Hohlraum fließen kann.
Vorteil: Geringer Druckbedarf. Leicht zu verarbeiten. Minimaler Stress. Ideal für transparente Teile.
Das Risiko: Diese Tore sind klein. Sie zwingen das Material zu einer schnellen Beschleunigung, was zu einem „Jetting“ (eine schlangenartige Fließmarkierung) und einer hohen Molekülorientierung führt.
Wenn es sein muss: Machen Sie den Punktanschnitt so kurz und dick wie möglich. Zum Ausgleich müssen Sie wahrscheinlich hohe Werkzeugtemperaturen und mehrstufige Einspritzgeschwindigkeiten verwenden.
Wenn Sie mit silbernen Streifen oder matten Oberflächenflecken auf Ihren PC-Teilen zu kämpfen haben, überprüfen Sie Ihren Kaltflecken sorgfältig.
Beim Zurückziehen der Schnecke kühlt das Material ganz vorn an der Düse leicht ab. Schießt dieses kalte Material direkt in die Kavität, entsteht ein sichtbarer Defekt.
Die Lösung: Platzieren Sie immer einen Kaltschachtschacht am Ende des Hauptkanals und am Ende aller Nebenkanäle.
Größe: Machen Sie den Durchmesser etwas größer als den Läufer selbst. Dadurch wird das kalte Material eingefangen, sodass es niemals in das Teil eindringen kann.
Auch bei perfekten Toren kommt es auf die Maschineneinrichtung an. Hier zwei Tipps zur PC-Verarbeitung:
Verwenden Sie nach der Plastifizierung keine Dekompression (Suckback).
Warum: Beim Rücksaugen wird Luft in die Düse gesaugt. Bei hohen Temperaturen vermischt sich PC mit dieser Luft. Das Ergebnis? Eine Silver Streak-Katastrophe beim nächsten Schuss.
Ausnahme: Wenn das Material sabbert, saugen Sie es so langsam wie möglich an – gerade genug, um das Vakuum zu brechen, nicht genug, um Luft einzuatmen.
Verwenden Sie ein langsam-schnell-langsam-Profil:
Fahren Sie langsam durch den Torbereich (um Spritzer zu verhindern).
Schnell durch die Mitte des Hohlraums.
Am Ende langsamer werden lassen (um ein Blinken und Brennen zu verhindern).